Was ist konventionell

Kannawurf

Die verlorene Dimension – Kannawurf gestern, heute und morgen (Teil 1) 

 

Vom Dorfladen über verschiedene Vereine bis zum Fitnessstudio – im Laufe der Jahre ist immer mehr Leben ins 800-Seelen-Dorf Kannawurf gekommen. Denn das Engagement der Einzelnen macht es attraktiv. Gleichzeitig nahm drumherum das Leben ab. Wo früher in Bäumen, Büschen und Feldgehölzen Bienen summten, Vögel zwitscherten und Hamster raschelten, ist heute stille Leere. Das hat auch mit der Landwirtschaft zu tun. Viele Einwohner*innen sehen den Wandel der Landschaft kritisch. Früher wäre das Leben im Dorf ein Leben mit der Natur gewesen. Heute leide die Umwelt durch den veränderten Flusslauf der für das Dorf und die Umgebung wichtigen Wipper und auch durch die immer häufigeren Wetterextreme in Folge der Klimakrise.

Womöglich ließen sich die Umweltprobleme mit neuen Anbaumethoden lösen. Einige Einwohner*innen sehen kleinteilige Landwirtschaft als eine Möglichkeit. Dabei werden weniger Großfelder, dafür mehr kleine Parzellen gepflegt. Diese werden durch Gehwege und Obstalleen getrennt. In den Zwischenräumen entstehen Lebensräume für Tiere. Eine gute Klimapolitik – vor Ort, deutschlandweit und europaweit – sei wichtig für die Landwirtschaft. 

 

Der Ruf des Landwirts (Teil 2)

 

Was früher in der Landwirtschaft als konventionell galt, ist heute ökologisch. Und so werden Landwirt*innen heute nicht mehr nur als Ernährer*innen der Bevölkerung geschätzt, sondern auch als Umweltverschmutzer*innen kritisiert. 

Landwirtschaft verändert sich stetig. Die einst familiär geführten Bauernhöfe wurden in der DDR kollektiviert und industrialisiert. Spritz- und Düngemittel wurden teils unkontrolliert eingesetzt. Seit den 90er Jahren stehen die Landwirt*innen zunehmend im Wettbewerb mit Landwirt*innen aus aller Welt. Die Preise fallen, während die Produktionskosten stabil bleiben oder steigen. Unter solchen Rahmenbedingungen ist es schwierig, wirtschaftlich zu arbeiten und den kostenaufwendigen ökologischen Standards zu entsprechen. 

Für positive Veränderungen sind auch politische Maßnahmen und ein Umdenken bei den Verbraucher*innen gefragt. 

 

Um mehr über  Kannawurf zu erfahren und die Perspektiven der Einwohner*innen, der Landwirt*innen, aber auch Umweltschützer*innen zu verstehen, hört euch gerne das zweiteilige Feature „Was ist konventionell?“ des Bürgerradios Weißer Holunder an. 

Die Features findet ihr kostenlos auf  soundcloud.com/boell-thueringen